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5. Juni 1288
Dreh- und Angelpunkt des Vereins Habitare-1288
Dieser für unseren heutigen Lebensraum bedeutsame Tag der Schlacht von Worringen, in dem der Limburger Erbfolgekrieg entschieden worden war, ist der historische Dreh- und Angelpunkt des Vereins. Wir präsentieren also nicht nur "das Mittelalter", sondern Personen und Episoden aus dem Leben unserer Vorfahren.
Die
Geschichte und WIR…….
Das
jährliche Lager auf dem Gelände des Klosters Langwaden wird immer zu
Fronleichnam aufgeschlagen. Durch die Zeitverschiebung präsentieren wir uns
mal vor oder nach der Schlacht, mal als Sieger, mal voll in den
Schlachtvorbereitungen. Das Lager stellt den historischen Sammelpunkt auf
der Fühlinger Heide dar.
Die
Zelte und Zubehörteile sind alle auf den Sieger abgestimmt…kleiner Scherz am
Rande.
Da wir das Brabanter Heer darstellen,
sind auch alle unsere Zelte, Wappen und Waffenröcke zeitgeschichtlich
abgestimmt. Auf der Webseite „Darsteller“ gehen wir auf jede einzelne Person
ein. Hier versuche ich „Die Schlacht und WIR“ zusammenzufassen.
Jetzt zur Geschichte:
30 km von hier (Kloster
Langwaden) fand die blutrünstigste Schlacht des Mittelalters statt. Es war
der 5. Juni 1288 auf der Fühlinger Heide bei Worringen, das heutige Köln -
Worringen, eingemeindet 1922.
Unser
Historischer Fixpunkt
Als Graf Adolfs Onkel, Herzog Walram IV.
von Limburg 1280 starb, hinterließ er nur seine Tochter Irmgard.
Sie war die Gemahlin des Grafen Reinald I. von Geldern. Er war Graf Adolfs
Schwager.
Graf Adolf v. Berg
V.
verzichtete auf seine limburgischen Erbansprüche. Limburg beschloss im
Einverständnis des Kölner Erzbischofs Siegfried v. Westerburg, das Reinald
das Erbe antritt.
Eine Urkunde des
Königs Rudolf besagt jedoch, (12.06.1282) dass Irmgard bis zu Ihrem Tod die
alleinige Erbin ist. Erst danach sollte ihr Mann den Besitz zeitlebens
haben.
Dies gefiel den
anderen Erbberechtigten nicht. Somit meldeten sie ihre Ansprüche an.
Mit den meisten erbberechtigten Verwandten der Limburger konnte sich Graf Reinald verständigen. Nicht aber mit Graf Adolf V. Die Möglichkeit, die Ausdehnung des Landes und die Bedeutung des Limburger Herzogtums, dass die wichtigen Flussübergänge am Mittellauf der Maas beherrschte, reizten Adolfs zu sehr. Er wollte sich nicht der Gefahr aussetzen, durch königliche Verfügung den zugestandenen lebenslänglichen Besitz an den Grafen v. Geldern zu verlieren und diesem die Chance zu geben, Geldern und Limburg bei genügend langer Lebenszeit dauerhaft miteinander zu vereinigen.
Hintergründe der Schlacht!!
Als
Adolf seine Ansprüche auf die Erbschaft anmeldete, wurde der Kölner
Erzbischof Siegfried von Westerburg gezwungen, sich mit an die Seite von
Reinald zu stellen. Ansonsten wäre eine Umklammerung seines Kirchenstaates
die Folge, und das Ausweiten seines erzbischöfischen Flächenstaates in weite
Ferne gerückt.
Graf Adolf verkaufte seine Erbansprüche jedoch
an den belgischen Herzog Johann I. v. Brabant für die stattliche Summe
von 32.000 Gulden.
Am 13.09.1283 wurde in einer Urkunde darauf hingewiesen, dass sich alle
Vasallen, Bürger und Lehnsleute, die bisher dem Grafen laut Erbschaft
zugefallen wären, ab dem heutigen Tage den Herzog als neuen Herren
anzuerkennen haben.
Es kam zu Überfällen im Grenzgebiet um Limburg,
Brabant und im Kölner Raum. Raub und Mord waren an der Tagesordnung. Dörfer
wurden niedergebrannt und die Felder verwüstet. Das Vieh wurde verschleppt
und die Bauern als Leibeigene mit auf die eigenen Burgen genommen.
Frank Gundel alias Herzog von Brabant
Roland Klein
alias Graf Adolf von Berg
(Zeichnung von einem
Münzbild)
Erzbischof v. Westerburg konnte diese Regelung genauso wenig
akzeptieren, wie die Erbschaftsansprüche von Graf Adolf .
Anfang des Jahres 1288 fiel der Erzbischof in
das Bergische Land ein und verwüstete es. Der Herzog v. Brabant eilte mit
seinen Truppen herbei. Er konnte ihn vertreiben und das Schlimmste
verhindern.
Brabant zog dann
aber in
Richtung Köln weiter, um dort einen Vergeltungskrieg zu führen.
(Zinnfiguren, Schloß Burg an
der Wupper, Bergischem Heimat Museum)
Majestätssiegel König Rudolf der
I. von Habsburg (1273-1291) 92 mm vom 19.11.1273
Frank Gundel alias Herzog von Brabant
Beide Parteien mussten weitere Bündnisse mit anderen Adligen eingehen, um
ihre Streitmacht zu vergrößern.
Das
Brabanter Heer
(Natürlich
nicht vollständig, wir haben noch Titel zu vergeben, - Bei Interesse: unter
Kontakte)
Die Kölner Bürgerschaft fasste Anfang des Jahres 1288 den Entschluss, dem Herzog die Stadttore zu öffnen. Sie verweigerten damit ihrem Herrn (Westerburg) den Kriegsdienst.
Lange währte der
Frieden nicht!
Über
diese Wende war der Herzog sehr erfreut und plante sofort eine
Entscheidungsschlacht. Seine Streitmacht und Verbündeten Graf Adolf v. Berg,
Mark ,Virneburg und viele Adlige, sowie die Kölner Bürgerschaft, Lehnsleute,
Bauern und Bürgerwehren aus den umliegenden Orten wurden innerhalb kürzester
Zeit durch Boten aufgefordert, sich anzuschließen. Die Soldaten des Herzogs
hatten ihr Feldlager zu diesem Zeitpunkt in der Nähe von Worringen
aufgeschlagen.
Der belgische Herzog war ein Ritter, der für Recht und Ordnung und als Beschützer der Freiheit galt. Da die Situation für ihn untragbar war, unternahm er etwas. Auf beiden Seiten wurden Verbündete gesucht. König Rudolf beschloss einen Waffenstillstand, der am 02.07.1287 in Mainz ausgesprochen wurde.
Herzog Johan der I. von Brabant:
ca.1500
Panzerreitern
(Köln Stadtansicht, Hartmann
Schedel, Liber chronicarum,
Weltchronik)
1283 verstarb
Irmgard kinderlos.
Die männliche Erbfolge Limburgs kam daher
wiederum an Adolf.
Frank Gundel
Roland Klein
Die Grafen Gerhard und Walram von Jülich:
ca. 100 Panzerreiter
Graf Otto von Waldeck:
ca. 20 Panzerreiter
Rainer Timmermann
Graf Gottfried der I. von Vianden:
Bannerherr mit
eigenem Gefolge ca. 150 Mann und Anführer einer der 8 Abteilungen der
herzoglichen Schlachtordnung
Graf Heinrich der I. von Virneburg:
Taktischer Oberbefehlshaber
ca. 20 Panzerreiter
Hendrik Schaefers
Mannschaftszelt
Graf Eberhard I. von der Mark
Graf Arnold von Loon
Graf Otto IV. von Tecklenburg
Graf Gottfried VI. von Ziegenhain
Edelherr Johann von Wildenberg
Freiherr Martin von Goedens
Der Erzbischof Westerburg wurde durch Boten über diese Truppenverschiebungen in Kenntnis gesetzt. Er rief seine Verbündeten zur Neusser Ebene zusammen, um sich auf die Schlacht vorzubereiten. Am Abend vor der Schlacht nahm er seinen Truppen die Beichte ab und erteilte ihnen die Absolution. Immer mehr Truppenverbände trafen sich in dieser Gegend. Sie lagerten auf Wiesen, vor Klöstern, um sich dort den kirchlichen Beistand zu holen. Kleine Dörfer standen auf einmal im Mittelpunkt des Geschehens.
Verpflegungszelte
Herr Hendrik III. von Boutershem
Berater des Herzogs
Das Heer von
Siegfried
von Westerburg, Erzbischof von Köln
Graf
Reinald I. von Geldern
Heinrich
VI. Graf von Luxemburg
Walram
von Luxemburg, Herr von Ligny
Graf
Adolf von Nassau
Herren
von Plettenberg
Herr
Walram von Valkenburg
Dietrich
"Luf" von Kleve, (1290 Graf von Hülchrath)
Walram
von Jülich, Herr von Bergheim
Dietrich
III. von Moers
(Zeichnung von einem
Münzbild)
(Zeichnung von einem
Münzbild)
Weitere Verbündete
Herolde beider Seiten versuchten noch einmal zu vermitteln. Ordensritter wollten die Versöhnung der beiden Heerführer, aber die Verhandlungen wurden vom Brabanter abgebrochen.
Siegfried v.
Westerburg hatte bei weitem mehr Männer unter Waffen
Beide Armeen standen sich um nur eine Armbrustschussweite auf dem Schlachtfeld gegenüber Aus dem Brabanter Heer stürmte ein Ritter mit angelegter Lanze auf die Reihen des Erzbischofs. Dies war das Angriffssignal. Die Erde bebte unter den Hufen der Pferde. Das Klirren von aufeinander schlagenden Schwertern, Kampf- und Todesschreie von Mensch und Tier hallten über Worringen.
Seine Schlachtformation bestand aus einer lang gezogenen Linie. Auch er stand in der Mitte seiner Streitmacht. Er führte in seinem Gefolge einen Fahnenwagen mit, auf dem das Banner des Kirchenfürsten im Winde über das Schlachtfeld flatterte. Es standen 40.000 Männer auf Pferden und zu Fuß auf der Seite des Erzbischofs.
Jan van Heelu, Chronist des Herzogs, Augenzeuge der Schlacht beschrieb es so: „Das Morden dauerte acht Stunden, die Blüte des Adels verblutete auf dem Schlachtfeld, Adelsgeschlechter löschten sich gegenseitig aus.“ (Näheres über die Schlacht von Jan van Heelu)
Unter Führung des Laienbruder Mönch Walther Dodde griffen die bergischen Bauern erst später in das Kampfgeschehen ein. Sie waren nur mit ärmlichen Waffen ausgestattet. Dreschflegeln, Morgensternen, Äxten und Sensen. In ihrem Blutrausch und grenzenlosen Hass auf das Adelsgeschlecht hätten sie ohne Dodde, Freund von Feind nicht unterscheiden können. Gnadenlos metzelten sie die Truppen des Erzbischofs nieder. Erzbischof Siegfried v. Westerburg wurde gefangen genommen. Er flehte, nicht den bergischen Bauern ausgeliefert zu werden.
Großes Siegel Siegfried von
Westerburg 82 x 57 mm 02.06.1275
(Zinnfiguren, Schloss Burg an
der Wupper, Bergischem Heimat Museum)
(Du „Manuscrit de Manesse“ XIVe sie`de)
(Wandmalerei,
Schloss Burg an der Wupper,
Bergische Museum)
(Wandmalerei Schloss Burg an
der Wupper, Bergische Museum)
(Zinnfiguren, Schloss Burg an
der Wupper, Bergischem Heimat Museum)
(Die Schlacht bei Worringen – dargestellt von Nicaise de Keyser)
(Gedenkstein zur Erinnerung an die Schlacht von Worringen in der Ortsmitte von Worringen , vor der Kirche)
Die Schlacht war entschieden. Der Fahnenwagen mit dem Banner des Erzbischofs fiel in die Hände der Kölner Bürger.
Spät nachmittags war das Heer des Erzbischofs besiegt. Die Gefangenen wurden zusammen getrieben. 1000 Ritter des Bischofs verloren ihr Leben. Die ganze Schlacht forderte 6000 Tote, davon zählte man 2000 auf Seiten des Herzogs.
Am Morgen des 05.06.1288 standen sich zwei Heere gegenüber Beide Seiten waren gewillt, die Schlacht zu gewinnen. Auf der Seite des Herzogs standen mehrere Truppenteile, die von Graf Arnold v. Loos auf der rechten Seite angeführt wurden. Der mittlere Teil der Streitmacht wurde vom Herzog selbst befehligt und der linke von Graf Adolf v. Berg , der auf seiner Seite die Bergischen Bauern und die Kölner Bürger hatte. Die Zahl der Ritter und Fußtruppen wird mit höchstens 15.000 Bewaffneten angegeben.
Graf Adolf von Berg:
ca. 500 Bauern und
die Bürgermiliz der Stadt Köln 1500 Mann wie auch ca. 120 Panzerreiter
(Holzschnitt, Koelhoffschen Chronik v, 1499 (folg. 124r) – AEK, PfA Köln, ST. Aposteln, Best Stift St. Aposteln, B 51.)
Schnell
wurden Knappen noch zum Ritter geschlagen, um ihre Kampfmoral zu steigern.
(Wandmalerei
Schloss Burg an der Wupper,
Bergische Museum)
(Brunnen Maximiliankirche
Düsseldorf)
(Ein Plan der mittelalterlichen
Stadtbefestigung.Aus dem Köln-Atlas,erschienen 2002 im
Emons-Verlag.)
Ordensleute, Mönche und Minderbrüder versuchten am nächsten Morgen die Toten auf dem Schlachtfeld zu bergen, um sie in Würde zu begraben.
Die meisten von ihnen waren nackt und ausgeraubt. Diebesgesindel und Bauern versuchten mit den Wertgegenständen in ihren Dörfern Geld zu machen.
Zum größten Teil waren die Toten zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
(Denkmal
Burgplatz Düsseldorf)
Massengräber wurden ausgehoben. So fanden Ritter, Knappen, Bauern, Kriegsknechte und Bürger der Stadt Köln Schulter an Schulter, ihren Frieden in der Erde. Es dauerte fünf Tage, um alle Gefallenen in Würde zu bestatten.
(Peter Janssen: Walther Doode und die bergischen Bauern in der Schlacht bei Worringen, 1893 Rathaus Düsseldorf, Jan-Wellem-Saal)
(Schlacht – Legende Wienand Verlag, Köln)
Links zur "Schlacht bei
Worringen", die mir bei der Suche zum Thema geholfen haben.
(Denkmal
Burgplatz Düsseldorf)
Quelle: WikipediA Die freie
Enzyklopädie
(Ein Denkmal erzählt:
Denkmal im Detail)
Jürgen Lendzian (Webmaster) für
Habitare-1288 e.V.
Das
Brabanter Heer steigerte sich in einen Blutrausch. Verwundete wurden getötet
und Tote geplündert. Ritter, die Richtung Rhein flüchteten, ertranken in den
Fluten, andere versanken im nahe gelegenen Moor.
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Letztes Update dieser Seite am:
07.02.2011
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