Herzog Johann I. von Brabant

1253 - 03.05.1294

 

Johann I. wurde 1253 als zweiter Sohn des Herzogs Heinrich III. und der Adelheid von Burgund geboren. Nach dem Tod des Vaters Heinrich III. 1261 waren er und seine Geschwister Heinrich, Gottfried und Maria noch minderjährig. Deshalb übernahm die Mutter die Regentschaft für ihren erstgeborenen Sohn Heinrich IV.

 

Inge Holzapfel und Frank Gundel

 

 

 

Margarethe von Flandern Dampier

1251 - 1285

 

Margarete wurde 1251 als Tochter des mächtigen Graf von Flandern „Guido I de Dampiere“ und seiner ersten Ehefrau Mathildis Bethune-Dendermonde geboren.

 

 

Die umstrittene Regentschaft der Mutter brachte das Herzogtum Brabant an den Rand des Bürgerkrieges, so dass sie beschloss den Titel des Herzogs auf ihren Sohn zu übertragen. Da Heinrich IV., der das Anrecht auf den Titel des Herzogs gehabt hätte, unter körperlichen und geistigen Gebrechen litt, verzichtete dieser 1267 in einer Versammlung zu Cortenberge zu Gunsten seines Bruders Johann auf die Regentschaft.

 

Johann der I. übernahm mit ca. 15 Jahren die Verantwortung für sein Herzogtum, das zu dieser Zeit in schlechter Verfassung war und erfüllte seine Aufgaben sehr erfolgreich. Denn er war, seit er die Brust seiner Amme verlassen hatte, zum Kämpfer mit Helm und Schild und nicht wie andere Kinder zum Spielen mit dem Kreisel angehalten worden.

 

1270 heiratete er Margarethe, eine Tochter von König Ludwig IX. von Frankreich, die jedoch nur ein Jahr später im Kindbett verstarb. 1273 heiratete er Margarethe von Flandern-Dampiere, eine Tochter des Grafen Guido I. von Dampiere Graf zu Flandern Marktgraf von Namur.

 

Herzog Johann I. galt als eine schillernde Persönlichkeit des ausgehenden 13. Jahrhunderts, er verfasste Minnelieder (9 Minnelieder in der großen Manessischen Handschrift) und galt den nachfolgenden Generationen als Muster höfischen Rittertums. Er pflegte engste Beziehungen zum französischen Hof und zog 1275/76 und 1284/1285 mit seinem Schwager Phillip III. von Frankreich gegen Aragon. Er war jahrelang Mitregent in Holland und gab letztlich seine Hoheitsansprüche über Südholland auf, um Hollands Hilfe im Limburger Erbfolgekrieg zu gewinnen.

 

 

 

Er verbündete sich auch mit Kleve, Berg, Altena-Mark und der Stadt Köln gegen den Erzbischof Siegfried von Westerburg. In der siegreichen Schlacht am 5. Juni 1288 bei Worringen stellte er das Hauptkontingent im Zentrum mit etwa 1500 Panzerreitern. Durch diesen Sieg sicherte er sich die Schirmvogtei über das Bistum Lüttich und gewann das Herzogtum Limburg. 1292 wurde er durch König Adolf von Nassau Reichspfleger am Niederrhein und errang damit die volle Unabhängigkeit vom Deutschen Reich, womit er den Höhepunkt seines Hauses manifestierte.

 

Am 3. Mai 1294 wurde Johann I. im Alter von nur 42 Jahren in einem Turnier bei Bar-Le-Duc tödlich verletzt und anschließend in der Klosterkirche des Franziskaner-Bettelordens zu Brüssel beigesetzt.

1273 wurde Margaret die zweite Ehefrau von Johann I. von Brabant dessen erste Frau Margarit de France ein Jahr zuvor im Kindbett gestorben war. Sie gebar ihm 4 Kinder, der erstgeborene Sohn Gottfried starb im Kindesalter von nur 10 Jahren. Margarete überlebte diesen Schicksalsschlag nicht lange und starb 1285 bereits vor der Schlacht von Worringen, die Ihren Gemahl Johann I. von Brabant (der Siegreiche) Ruhm und Ehre brachte.

  • Gottfried 1273/74 bis 13.9.1283
  • Johann II der Friedfertige 27.9.1275 bis 27.10.1312
  • Margarete 04.10.1276 bis 14.12.1311
  • Maria 1278 bis 02.11.1313

Der jüngere Sohn Johann II. genannt der Friedfertige trat nach dem Tod seines Vaters  die Herrschaft über das Herzogtum Brabant an. Er heiratete 1290 Margarete von England. Die Tochter Margarete heiratete nach der berühmten Schlacht von Worringen den Grafen Heinrich von Luxembourg. Die jüngste Tochter Maria von Brabant vermählte sich mit Amadeus von Avoyen.

Haus von Flandern 1194-1251

  • 1194-1205 Balduin IX. (Vater von Johanna und Margarete)
  • 1205-1244 Johanna I.  (Schwester von Margarete II.)
  • 1244-1278 Margarete II. (Mutter von Guido)
  • 1246-1251 Wilhelm (Bruder von Guido)

Haus Dampierre 1278-1322

  • 1278-1305 Guido (Guy) I. von Dampierre
  • (Vater von Margarete)
  • 1305-1322 Robert III. Bethune (Bruder von Margarete)

 

Burg Gravensteen
Der Sitz der Grafen von Flandern war die Burg „Gravensteen“ in Gent (Belgien) die auch heute noch sehr schön erhalten ist. Sie wird noch teilweise durch den mittelalterlichen Burggraben umgeben. Die Burg überragt am linken Leieufer das Zentrum der Stadt. Sie liegt am Zusammenfluss der Flüsse Lieve und Leie und gehört zu mit zu den größten Wasserburgen Europas.

 

Die erste Burg soll zur Zeit Karl des Grossen errichtet worden sein, vielleicht von Balduin I. genannt „Eisenarm“ um 807. Die erste Anlage auf dem Platz der heutigen Burg war noch aus Holz und stammte wahrscheinlich von den Wikingern schon um 1000 errichtete man einen steinernen Saalbau. Eine erste Ringmauer komplettierte die Burg. 1128 kam es zur ersten ernsthaften Belagerung durch Anhänger des Dietrich von Elsass. Dabei wurde die Burg zerstört.

 

Auf ihren Resten ließ Philipp von Elsass der  damalige Graf von Flandern, von 1180 bis 1200 den Gravensteen erbauen. Er vergrößerte die Burganlage, um die Genter besser kontrollieren zu können. Ein Ringgraben wurde ebenfalls angelegt. Der Aushub wurde um den alten Saalbau aufgeschüttet, so dass eine Motte entstand. Auf den Mauern des Saalbaues, der nun als Keller dienen sollte, wurde ein 30m hoher Donjon errichtet. Die Bürger hatten mittlerweile wehrhafte Türme in der Stadt errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch die Fenster des Kastellans und die kreuzförmige Öffnung über dem Haupttor. Hier tagten fortan die Gerichtshöfe. Zwischen dem 13. Jahrhundert und dem 14. Jahrhundert wurde die Burg restauriert. Der ovale Burghof erhielt eine Ringmauer mit 24 vorspringenden, zweistöckigen Türmchen. Getrennt vom Donjon und innerhalb der Ringmauer lagen die Gebäude des Grafen sowie alle wichtigen Wirtschaftsräumlichkeiten. Ab dem 12. Jahrhundert wuchs Gent so enorm, das es nun die Burg umschließt.

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Graf Adolf V. von Berg

 

Vater:           Graf Adolf IV. von Berg
Mutter:        Margarete von Hochstaden
Geburt:        nicht datiert
Gemahlin:   Elisabeth von Geldern
                      Vermählung 17.03.1249
                      beide waren zu diesem
                      Zeitpunkt noch minderjährig
Kinder:        kinderlos
Gestorben: 28.09.1296
Beigesetz in der Stiftskirche zu Gräfrath (Solingen)
Stammsitz: Schloss Burg, Solingen
Regierungszeit: 1259 - 28.09.1296
Kontigent zur Schlacht:
ca. 120 Panzerreiter
ca. 500 Bauern

 

Roland und Silke Klein

 

 

Schloss Burg an der Wupper

 

Elisabeth von Geldern
Gräfin von Berg

 

Vater:           Otto II Graf von Geldern
                      auch "der Lahme" genannt
Mutter:         Margareta von Kleve
Geburt:        nicht genau datiert, vermutet
                      wird das Vermählungsjahr der
                      Eltern 1241/42
Kinder:         kinderlos
Gestorben:  31.03.1315
Beigesetzt in der Stiftskirche zu Gräfrath (Solingen).
Geschwister: Margareta
Halbgeschwister: Rainald der I. von Geldern
sowie zwei weitere Halbschwestern

 

Bei seiner Regierungsübernahme war Adolf noch minderjährig, so dass er sich das Amt bis 1267 mit seiner Mutter Margarete teilte. Nichtsdestotrotz war er schon seit dem 17.03.1249 mit der ebenfalls minderjährigen Elisabeth von Geldern, der erstgeborenen Tochter des Grafen Otto II. von Geldern (genannt „der Lahme“) vermählt.

Als 1283 Irmengard, die Erbin des verstorbenen Walram dem IV. Herzog von Limburg kinderlos verstarb, erhoben unter anderem Graf Adolf V. von Berg sowie Graf Reinald I. von Geldern (der jüngere Halbbruder Elisabeths) den Anspruch auf das Herzogtum Limburg. Da es Graf Adolf von Berg jedoch an Stärke fehlte, um seinen Anspruch mit Gewalt durchzusetzen, verkaufte er seinen Anspruch auf das Erbe an Herzog Johann I. von Brabant. Dies war von beiderseitigem Vorteil, da der Herzog Johann I. von Brabant seine Macht gegenüber dem Erzbistum Köln vergrößern wollte, während Graf Adolf V. von Berg die Machtausbreitung und Bedrohung des Erzbischofs Siegfried von Westerburg zu beenden trachtete.

 

Dieses führte zu einer Reihe von Schlachten, die am 5. Juni 1288 in der Schlacht von Worringen gipfelten. Im Ausgang der Schlacht geriet Siegfried von Westerburg in Gefangenschaft. Westerburg blieb bis zum 6. Juli 1289 in Gefangenschaft auf Schloß Burg, bis ein Lösegeld von 1200 Klöner Mark gezahlt wurde und diverse politische Zugeständnisse gemacht wurden. Um seine Macht am Rhein zu festigen, erhob Graf Adolf V. von Berg unter anderem am 14. August 1288 Düsseldorf zur Stadt.


Siegfried von Westerburg und Graf Adolf V. von Berg blieben verfeindet. Graf Adolf V. von Berg starb am 28. September 1296 und wurde in der Stiftskirche zu Gräfrath (Solingen) beigesetzt.

 

Trotz der verwandtschaftlichen Bindung, war ihr jüngerer Halbbruder Rainald I. von Geldern der Hauptkontrahent ihres Gemahls im Limburger Erbfolgestreit und stand somit auf der Gegenseite in der Schlacht von Worringen. Ob es in Anbetracht dieser Verhältnisse zu Streitigkeiten im Hause Berg kam, bleibt der Fantasie überlassen. Doch die Lage war nicht immer so.

Während Geldern und Brabant schon im Jahre 1182 mit Auseinandersetzungen begannen, konnte sich Geldern noch auf Unterstützung des Erzbischofs von Köln und Grafen von Berg Engelbert I. verlassen. Dieser unterhielt bis zu seiner Ermordung 1225 gute Beziehungen zum Staufer Kaiser Friedrich II. Daraus ergaben sich viele Privilegien die Geldern nutzen konnte, um seinen Macht zu vergrößern. So schaffte das Geschlecht derer von Geldern den Aufstieg vom einfachen Adel (erstmals erwähnt 1096) bis zum Jahr 1229, es in die Gruppe jener Magnaten, die direkt unter der Reichsfürstenebene angesiedelt waren und Zugang zum König hatten. Auch der Verlust Limburgs stoppte nicht Gelderns Machtvergrößerung unter Rainald II. von Geldern.

Erwähnt sei hier noch, dass Elisabeths Vater, Otto II. als Vormund des Herzogs Johann I. von Brabant und des Grafen von Holland (ab 1261/62) eine überragende Position in Niederlothringen erreichte.
Er gewann die Hoheit über viele Herrschaften wie Groenlo, Bredevoort und Lichtenvoorde. Zeitweise war er Schirmvogt von Köln. Er war bedeutender Städtegründer („Zutphener Stadtrecht“). Unter anderem gründete er Geldern (1229), Goch (um 1230), Roermond (1231), Harderwijk (1231), Grave (1232), Emmerich (1233), Arnheim (1233), Doetinchem (1236), Doesburg (1237) und Wageningen (1263). Damit wurde der Landstrich Geldern zu einem Land der Städte. Auch bildeten sich dort in diesem Zusammenhang wirksame Organe für die überörtlichen Wirtschafts- und Verkehrsfunktionen aus. Die Flusszölle als bedeutende landesherrliche Einnahmequellen wurden planmäßig erweitert, wichtig war hier insbesondere der Rhein.

 

 

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Marguerite De Enghien
(deutsch: Edingen)

 

Geboren um 1221, verstorben am 27.02.1291

 

Sabine Lange-Widenka und Paul Lange

 

Rasso VIII. von Gavre - Liederkerke

 

erstmals erwähnt 1279, verstroben 1301

 

Vater:     Siger (Sohier) I d’ Enghien
                geb. um 1205, gest. 1260/61
Mutter:  Ide (Afix; Adelaide) de Zotteghem (Sotteghem)
                geb. 1195, verheiratet seit 1219


Großvater:     Engelbert IV d’ Enghien
                        geb. um 1160,
                        gest. 25.02.1250
Großmutter:  Die d’ Avesnes
                         geb. um 1180, gest. 1216

 

Geschwister: imsgesamt 7

 

1288 war Marguerite De Enghien Gemahlin von Herr Rasso VII. von Gavre-Liedekerke


Kinder: Rasso VIII.(?-1301),
             Philipp (?-1288),
             Siger (?)

Als ältester Sohn von Rasso VII. von Gavre nahm er an dessen und der Seite seiner Brüder Philipp und Siger and der Schlacht von Worringen teil. Nach dem Tod seines Vaters 1290 übernahm er das Amt des Herrn zu Liedekerke.

 

 

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Graf Eberhard I. von der Mark

 

Geboren ca. 1255

Amtszeit: 16.11.1277 bis 04.07.1308.

 

Beigesetzt im Hochgrab in der Stiftskirche zu Fröndenberg bei seiner ersten Frau Irmgard von Berg, Schwester des Grafen Adolf V. von Berg.

 

1. Ehe: 29.01.1273 mit Irmgard von Berg
            geb. 1256, gestorben 22 oder
            24.03.1294

2. Ehe: Maria von Looz

 

Adrian Weczerek

 

 

Irmgard von Berg

 

Geboren 1256, verstorben: 22. oder 24. März 1294

 

Eltern: Graf Adolf IV. von Berg (gleichzeitig auch Adolf VII. von Limburg +1259) und Margarete von Hochstaden.

 

Aus der Ehe ging 1282 Engelbert II., Graf von der Mark hervor.

 

Graf Eberhard kämpfte Zeit seines Lebens gegen die Macht Kurkölns, beteiligte sich natürlich auch am 05.06.1288 bei der Schlacht von Worringen. Er ritt an der Seite seines Schwagers Graf Adolf V. von Berg, der den linken Flügel bei der Schlacht von Worringen anführte.

Das Wappen der Grafen von der Mark ist märkischen Raum vielfach Grundlage für kommunale Wappen. Der so genannte Schachbalken war nur als dreireihig von rot und silbern beschrieben. Die Anzahl der Schachfelder variierte in der Breite nach Größe des Schildes.

 

Vorfahren

Vater:   Engelbert I. von der Mark, reg. 28.06.1249 – 16.11.1277 Bredevoort (beigesetzt in Cappenberg)
Mutter: Kunigunde von Blieskastel (Schaumburg), gest. 1264


Großvater:    Adolf I. von der Mark, 1194 – 1198 Graf von Altena, reg.1198 – 28.06.1249 Graf von der Mark.
                     Ab 1226 nur als Graf von der Mark bezeichnet.
Großmutter: Ludgardis - Irmgard von Geldern

 

Urgroßvater:    Friedrich I. von Altena,1173 – 1198. Übernahm Burg und Oberhof Mark (bei Hamm)

Urgroßmutter: Alveradis von Jülich (Millendonk), gest. nach 1210


Ururgroßvater:    Eberhard I. von Altena, seit 1147 Graf von Berg, ab 1161 – 1174 Graf von Altena.
                           Stammvater der Grafen von Altena, gest. 1180
Ururgroßmutter: Tochter des Grafen Arnold von Kleve

 

(Gemälde von Wilhelm Quincke, nach Rekonstruktion von Flume)

 

Die Burg Mark war eine mittelalterliche Befestigungsanlage in Hamm-Mark. Seit 1198 befand sie sich im Besitz der Grafen von Berg-Altena. Als erster Graf machte Adolf I. von der Mark die Burg zu seinem Sitz und nannte sich nach ihr comes de Marca bzw. modern Graf von der Mark.

Seit dem 3. April 1990 ist das Gelände als Bodendenkmal kategorisiert.

Um 1108 sollen die Brüder Adolf und Everhard von Berg von Kaiser Heinrich V. für treue Dienste ein Stück Land im märkischen Sauerland erhalten haben. Auf dem Berg Wulfseck bauten sie eine Burg, die sie anfangs Wulfeshagen, später Altena nannten. Dies ist eine von mindestens drei Legenden zur Gründung der Grafschaft Altena.

 

Nach dem Erwerb des Oberhofs Mark bei Hamm 1198 nahmen die Grafen von Altena ihren Hauptwohnsitz in der dortigen Burg Mark und nannten sich später Grafen von der Mark. Die Stammburg Altena wurde nur noch zeitweise von ihnen bewohnt und war seit 1392 lediglich Amtmannsitz. 

 

 

 

 

Plan der Marker Burganlage nach einer Kartierung aus dem Jahre 1688. (Stadtarchiv Hamm)

 

Wann genau die Geschichte der Burg Mark beginnt, ist heute ungewiss. Es ist eher unwahrscheinlich, dass schon im 12. Jahrhundert eine große Motte vorhanden war. Zum einen dürfte die Errichtung einer großen Befestigung in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz der Linie Hövel-Werl aus politischen Gründen problematisch gewesen sein. Zum anderen haben archäologische Untersuchungen bisher keinerlei Fundmaterial aus dem 12. Jahrhundert zu Tage gefördert. Die eigentliche Burg ist also wahrscheinlich erst um 1200 angelegt worden. Das damalige Anwesen war vermutlich ein Hof, der allenfalls mit einer Gräfte umgeben war.

Zur Geschichte des Grafen Eberhard I. von der Mark:

1273: Eberhard heiratet Irmgard von Berg.
          Da ihr Bruder Graf Adolf V. von Berg die Mitgift von 2.000 Talern nicht zahlen konnte, brachte sie die Vogtei Gummersbach
          als Mitgift ein.
          Graf Engelbert I. von der Mark schenkt dem Paar zur Hochzeit die Burg Wetter.

 

1277: Eberhard wird am 16.11.1277 zum Graf von der Mark ernannt und darf sich von nun an Graf Eberhard I. von der Mark nennen. 
          Dies geschah, weil sein Vater, Graf Engelbert I. von der Mark, in Tecklenburg geschäftlich unterwegs war und dort in einen
          Hinterhalt von Hermann von Lon geriet. Er wurde schwer verletzt, gefangen genommen und auf die Burg Bredevoort
          mitgenommen. Dort verstarb er am 16.11.1277.

1278: Graf Eberhard belagert die Burg Bredenvort. Der Leichnam seines Vaters wurde herausgegeben und ehrlich in Cappenberg
          bestattet. Die Burg wurde weiter belagert und danach zerstört. Im selben Jahr wurde Graf Eberhard auf den Hof des Königs
          Rudolf I. von Habsburg genommen. Der König hatte ihn gern zur Gesellschaft, da er freundlich und redegewandt war.
          Graf Eberhard wurde persönlich vom König Rudolf zum Ritter geschlagen.

 

1279: Graf Eberhard trägt dem Kölner Erzbischof Siegfried die Villa Lüdenscheid als Lehen auf und empfing sie als solches zurück.

 

1287: Überfall auf die Grafschaft Mark von Ritter Dietrich (genannt Kigge) mit seinen Helfershelfern von der Burg Ahsen an der Lippe.
          Eberhard, der gerade in Camen zugegen war, erfuhr dieses und machte sich sofort mit seinen Männern, die ihn begleiteten,
          auf den Weg und verfolgte den Ritter und seine Helfershelfer. Als diese kurz vor ihrer Burg Ahsen waren, schickten sie ihre
          Pferde in die Burg und erwarteten Eberhard am Ufer der Lippe. Eberhard war in der Unterzahl, er stürzte, erhob sich wieder
          und schlug sie völlig. Einige ertranken in der Lippe, einige wurden gefangen genommen und wenige entkamen.
          Graf Eberhard belagerte die Burg. Nach einigen Tagen übernahm er die Burg und zerstörte diese.

 

1288: Nach Einnahme der Burg Raffenberg tritt der Graf mit den Seinen den Marsch nach dem Rheine an, zur Schlacht bei Worringen.
          Als einer der letzten kommt er ins Lager vom Herzog von Brabant und kämpft an der Seite seines Schwagers Graf Adolf V. von
          Berg im linken Flügel. Nach der gewonnen Schlacht belagert er die Stadt Werl, zwingt sie zu Übergabe, macht Mauern und
          Graben dem Boden gleich. Burg Volmerstein sowie auch die Burg Isenberg
werden belagert und zerstört.

 

1289: Eberhard I. erhält vom Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg volles Befestigungsrecht zugestanden und die Anerkennung
          als Reichsfürst, die auch schon seinem Vater zugesprochen worden war, was die entscheidende Wende im Verhältnis beider
          Gewalten bedeutete. Er profitierte damit auch am meisten von allen westfälischen Fürsten, gewann unter anderem
          Gummersbach, Lünen mit allen bischöflichen Rechten, Westhofen, Brackel, Werl, Menden, Isenberg, Volmarstein und
          Raffenberg, dazu die Vogtei von Essen.

 

1291: Einrücken in das Land des Bischofs von Osnabrück und Verwüstung des Landes.

 

1292: König Rudolph I. von Habsburg stirbt.

 

1293: Feldzug mit dem neuen König Adolf von Nassau ins Land Meissen.

 

1295: Belagerung der Stadt Recklinghausen und der Burg Wassenberg mit Hilfe des Herzogs Johann II. von Brabant.

 

1300: Fehde zwischen Eberhard und dem Ritter Sobbo, der sich zur Verstärkung den Erzbischof Wiebhold von Köln holte.
          Die Fehde ging zu Gunsten von Eberhard aus.

 

1301: Eroberung und Zerstörung der Burg Rodenberg. Burg und Stadt Lechenich werden übergeben und geschliffen. Der Sieg geht
          an die Grafen von der Mark und von Jülich. Das erste Mal, dass Engelbert II. von der Mark namentlich an der Seite seines Vaters
          kämpfte.

 

1303: Burg Bredevoort erobert mit Beistand von Bischof Otto von Münster. Burg Hovestadt zerstört. Soest und Dörfer der Umgebung
          niedergebrannt.

 

1305: Graf Eberhard von der Mark wird zum Statthalter von Geldern ernannt. Fehde zwischen Eberhard und Bischof Otto von
          Münster. Burg Dülmen wird eingenommen.

 

1307: Der Droste Rutger von Altena hält Abrechnung seiner 12 Jahren Drostezeit mit den Worten: Herr, ich begehre von euch keinen

          anderen Lohn, als dass meine im Amt euch erwiesenen Dienste euch angenehm seyen. Befriediget nur meine Gläubiger, denen

          ich für euch noch haftbar bin, und was von der laut der Berechnung mir gebührenden Summe übrig bleibt, das behaltet für

          euch.

 

1308: Graf Eberhard I. von der Mark stirbt und wird in einem Hochgrab mit seiner ersten Frau Irmgard von Berg zu Fröndenberg
           beigesetzt.

 

Sein erstgeborener Sohn Engelbert wird somit Nachfolger und darf sich von nun an Graf Engelbert II. von der Mark nennen.

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Karsten Klein

 

 

 

Christian Erbschenk zu Neydeggen

 

 

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Peter Pothmann

 

Wilhelm von Pipenpoy,
Herr von Gaesbeck

 

 

 

1220 in Brüssel geboren, verstorben 1306

Gemahling: Marie

Kinder: 4 Söhne
Vater: Willem Pipenpoy
Mutter: Aleydis Pipenpoy

 

 

Er gehörte einer einflussreichen Patrizier Familie an und war Schöffe bei Gericht der Stadt Brüssel in 1287, 1290, 1297,1302,1306.
1300 wurde er zum Stadtrat und stellvertretenen Bürgermeister von Brüssel ernannt.


Mit seiner Frau Marie zeugte er vier Jungen: Wouter, Roelif, Jan en Reynir und Roelof Pipenpoy.
Einer seiner Söhne wurde Marschall von Brabant, Herr von Blaasveld.
Willem Pipenpoy war Edelknecht/Bannerführer und ritt immer an vorderster Front.


Der Conrois des Herren Gerhard von Wezemal, den er anführte, bestand aus ca. 20-30 Reitern. Unter dem Wappen, welches er in seiner Funktion als Herr von Gaesbeck trug, ritt er in vorderster Linie an der Seite des Herzogs von Brabant. Hierbei wurde er von zwei weiteren Rittern begleitet und unterstützt. Sie gerieten in einen Hinterhalt, bei dem er sein Pferd verlor. Er konnte sich allerdings durch die feindlichen Linien wieder zu seinem Conrois zurückschlagen und seinem Herzog weiter tapfer zur Seite stehen.
Als Dank, dass er die Schlacht von Worringen überlebte, ließ er in Gaesbeck eine Kirche errichten.

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Freifrau Elisabeth von Stockum

 

In Bezug auf die Schlacht von Worringen 1288 ist dies ein fiktiver Charakter. Allerdings hat es diese Person wirklich gegeben; dabei handelt es sich um eine Urahnin der Darstellerin.

 

 

Birgit Lichte-Steeger

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Graf Heinrich I. von Virneburg

Erstmals erwähnt 1238
(Kanoniker in Karden)

Graf von Virneburg 1242–1289

 

 

Petra Koch und Reiner Timmermanns

 

Ponzetta von Oberstein

1253 - 1311

 

 

In einer Handschrift des Klosters Springiersbach bei Wittlich wird berichtet, dass im Jahre 938 ein Schwarm Ungarn, von der Mosel kommend und alles um sich herum verwüstend, bis nach Kaiseresch vorgedrungen sei und dort unter der Führung des Pfalzgrafen und der Grafen von Mosel, Mayen und Trechiergaue von deren Kriegern besiegt und vernichtet wurde. Zum Lohn für diese mutige Tat habe Kaiser Otto der Große den Siegern beträchtliche Reichsgüter verliehen. Auch die Ritter von Virneburg sollen in diesem Zusammenhang von Otto dem Großen das Recht erhalten haben, in Virneburg eine Burg zu bauen und Wappen zu führen (im Schild sind auf goldenem Feld sieben rote Rauten, oben vier, unten drei, welche eine Nachbildung der länglich runden Kampfschilde der Ungarn darstellen sollen).

 

Wappen Maderscheid, Schleiden, Virneburg

 

Ein Graf von Virneburg wird erstmalig im Jahre 1093 urkundlich erwähnt, als Heinrich Pfalzgraf bei Rhein die Abtei Maria Laach stiftete und unter den Zeugen ein Graf Hermann von Virneburg genannt wird. Alle bisher erwähnten Grafen führten noch ein unbedeutendes Sonderdasein fernab der Reichsgeschichte.

Erst mit Graf Hermann III. (1204 – 1238) treten die Virneburger hervor. Er nahm 1202 – 1204 am 4. Kreuzzug teil und war somit 1204 unter den Plünderern von Konstantinopel, der Hauptstadt des christlich-orthodoxen oströmischen Reiches. Durch seine Heirat mit Lucardis, einer Tochter des Grafen Ruprecht von Nassau, konnte er seinen Landbesitz beträchtlich vergrößern. Am deutlichsten wird Hermanns Wille , sein Geschlecht aus der bisherigen Bedeutungslosigkeit heraus zu führen, jedoch mit dem Bau der Monrealer Löwenburg, welche Bollwerk und Stützpunkt für die Virneburger Expansionsbestrebungen werden sollte. Hermann III. verstarb 1238 im Kloster Himmerod, in welches er kurz zuvor eingetreten war.

 

Graf Heinrich I. von Virneburg (1242 – 1289) war ein aktiver Herrscher, der die Politik seines Vaters sehr konsequent, aber auch wesentlich aggressiver fortsetzte. Er wird als rühriger, in zahllose Fehden verstrickter Herr beschrieben, der sich bemühte, seine Grafschaft zu größerer Bedeutung zu verhelfen. Diese war eine für die damalige Zeit typische Ansammlung mehr oder weniger lose verbundener Eigengüter, Lehen, Vogteien und sonstiger Herrschaftsrechte, die sich im heute unter dem Begriff Vulkaneifel bekanntem Gebiet zwischen Brohl und Maria Laach im Norden, Beltheim im Süden, der Nürburg (sie zählte jedoch nicht dazu) im Westen so wie Koblenz im Osten erstreckte. Seine Regierungszeit begann Heinrich I. mit einem Raubzug gegen den Besitz des Stiftes Karden, dem er dabei großen Schaden zufügte. Jedoch musste er Schadensersatz leisten.
Wo auch immer in seiner Nachbarschaft eine Fehde stattfand, Heinrch I. war dabei.

Aus der Ehe des Grafen Heinrich I. mit seiner Gemahlin Ponzetta von Oberstein sind neun Kinder, vier Söhne und fünf Töchter, hervorgegangen:

  • Ruprecht der Nachfolger,
  • Heinrich, der spätere Erzbischof von Köln,
  • Eberhard, Chomtur des deutschen Ritterordens, zunächst zu Marienburg, dann in Königsberg und schließlich in Rommersdorf bei Neuwied
  • Werner, Kanonikus an St. Gereon zu Köln
  • Mechthilde, Gemahlin Hermanns von Mühlenark
  • Imagina, Äbtissin des Klosters St. Maria im Kapitol zu Köln
  • Elsa, Gemahlin Dittrich VII von Kleve
  • Bonizetta, Äbtissin des Klosters Vilich und
  • Jutta, sie wurde nach dem Tode ihrer Schwester Äbtissin des Klosters Vilich
  •  

Ponzetta’s Vater war Graf Eberhard III von Oberstein. Die Stammburg der Obersteiner war die Burg Bosselstein in Idar-Oberstein. Die Burg Bosselstein wurde im 12. Jahrhundert von den Herren von Stein (Oberstein) erbaut und findet 1197 erstmals urkundliche Erwähnung.

 

Postkarte: Idar Oberstein im Wandel der Zeit


1197 trugen die Brüder Eberhard und Werner von Stein ihre Burg dem Trierer Erzbischof zu Lehen auf. Die Nachfahren der beiden Brüder verwickelten sich in eine heftige Familienfehde, die über mehrere Generationen ging und den Bau des „Neuen Schlosses“ oberhalb der Burg Bosselstein zur Folge hatte. Eberhards Nachfahren, die mittlerweile eine Verbindung mit dem Eifeler Geschlecht Wirich von Daun eingegangen sind, bezogen das „Neue Schloss“, während die Nachkommen von Werner, die Bossel von Steins, auf dem alten Schloss wohnen blieben. Die Fehde endete mit dem traurigen Höhepunkt der Ermordung Wirich von Daun-Oberstein 1328, dem Erbauer des „Neuen Schlosses“.
Die Burg Bosselstein liegt auf dem „Kirchenfelsen“, einem schroffen Felsenriff über einer Felsenkirche, der bekannten Felsenkapelle von Idar-Oberstein, über dem Nahetal gegenüber dem Schloss Oberstein.

Als Anhänger des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden (1238 – 1261) verschaffte er sich Popularität bei den Großen des Reiches. Er beteiligte sich an des Erzbischofs Händel in Westfahlen um die Herzogsgewalt des Kölner Erzstifts, stand mit Konrad auf Seiten des ausländischen König Richard von Cornwall, in dessen Gefolge er 1257 erschien, und begleitete Konrad im gleichen Jahr nach Prag zu König Ottokar von Böhmen.
Um 1252 verwaltete er das Amt des kölnischen Schultheißen, welches er als Lehen innehatte. 1255 erschien er auf dem Städtetag in Worms und trat 1256 dem rheinischen Städtebund bei. 1270 wird Heinrich Lehensmann des Grafen von Luxemburg.

So sehr Heinrich ein Freund des Kölner Erzbischofs war, so sehr wurde dessen Nachfolger, Erzbischof Siegfried von Westerburg, sein Gegner. Das zeigte sich im Erbfolgestreit um das Herzogtum Limburg, an welchem fast alle Herren des niederrheinischen Landes beteiligt waren. Heinrich, der 1277 dem Deutzer Bündnis gegen Siegfried und dessen Verbündete beigetreten war, nahm mit seinen Söhnen Ruprecht und Heinrich auf Seiten der Grafen von Jülich an der Schlacht bei Worringen teil, in welcher Siegfried besiegt wurde und in Gefangenschaft geriet. Sofort nach dem Sieg besetzte Heinrich die Nürburg, ein Lehen des Kölner Erzbischofs. Doch Papst Nikolaus IV. befreite im Jahre 1290 den Erzbischof von Köln von allen Eiden, die er dem Grafen Adolf von Berg und seinen Helfern unter Verletzung ihrer Treuepflicht als Vasallen hatte schwören müssen. So war Heinrichs Sohn Ruprecht gezwungen, noch im gleichen Jahr die Nürburg wieder zurück zu geben.

 

Schlacht von Worringen
Am 5. Juni 1288 kämpfte Heinrich I. von Virneburg als taktischer Oberbefehlshaber des Herzogs Johann I. von Brabant.

Er verdankte diese Stellung dem Umstand, dass er wegen seiner vielen Fehden und Scharmützel ein wohl erfahrener Kämpfer war. Zu Beginn der Schlacht setzte sich jedoch Johann I. von Brabant über den Rat Heinrichs hinweg, den Gegner, der an Kämpfern weit überlegen war, in breiter Schlachtreihe anzugreifen. Johann zog seine Kämpfer zusammen und durchstach wie ein Keil die Schlachtreihe des Erzbischofs Siegfried von Westerburg. Hätte Johann auf den Rat Heinrichs I. gehört, hätte er die Schlacht wohl verloren. Heinrichs Bannereinheit umfasste bei der Schlacht von Worringen etwa 20 Panzerreiter von etwa 2300 gepanzerten Reitern des herzoglichen Heeres.


Heinrich I. von Virneburg starb im Jahre 1289. Es war ihm zwar nicht gelungen, den gräflichen Besitz zu erweitern. Man kann aber an den wichtigen Ämtern, mit welchen seine Kinder bedacht wurden, ersehen, dass die Virneburger aus Ihrem Schattendasein herausgetreten waren und man mit ihnen rechnen musste.

Burg Virneburg

im Nitztal, Eifel, um 1112 als Sitz des ersten Grafen von Virneburg bezeugt. 

 

Als zweiten Sitz erbauten die Grafen von Virneburg um 1229 die Burg Monreal (Löwenburg).

 

Graf Otto I. von Waldeck

geb.: 1255,  gest.: 11.11.1305

Regentschaft: von 1273/1276 bis 1305 Graf von Waldeck

 

Vater:    Heinrich III. von Waldeck
Mutter: Mechthild von Cuyk-Arnsberg, einer Tochter des
               Grafen Gottfried III. von Arnsberg.

Ehefrau: ca. 1275 erfolgte die Eheschließung mit Sophie (1264-1331),
                der Tochter des Landgrafen Heinrich I. (Hessen), der ein
                Cousin des Herzogs Johann I. von Brabant war.

 

Markus Clemens

Ottos ältester Bruder war Adolf II. von Waldeck, welcher zunächst die Nachfolge des Großvaters Adolf I. als Regent der Grafschaft Waldeck antrat. Adolf dankte dann aber ab um in den geistlichen Stand einzutreten und wurde 1301 zum Bischof von Lüttich ernannt. Der zweite Bruder Ottos war Gottfried, der spätere Bischof von Minden. Die Brüder hatten bezüglich der Nachfolge des Großvaters eine Abmachung getroffen, die besagte, dass derjenige Graf von Waldeck werden solle, der Sophie von Hessen, Tochter des Landgrafen Heinrich I. von Hessen, heiraten würde. Diese Bedingung wurde schließlich vom jüngsten der drei Brüder erfüllt; die Heirat fand wohl 1275 statt. Somit folgte Otto seinem zum Kleriker gewordenen Bruder Adolf als regierender Graf von Waldeck nach.

 

Otto schloss sich 1276 einem westfälischen Landfriedensbündnis an, setzte aber auch die Expansionspolitik seines Großvaters in Richtung Westen fort. Dies richtete sich vor allem gegen das Herzogtum Westfalen, das im Besitz der Kölner Erzbischöfe war.
Im Jahr 1288, während des Limburger Erbfolgestreits, nahm er mit seinen Rittern auf Seiten der Feinde von Erzbischof Siegfried von Westerburg und damit auf der Seite des Herzogs Johann I. von Brabant an der Schlacht bei Worringen teil, die mit dem entscheidenden Sieg Herzog Johanns das Ende des Expansionsstrebens der Kölner Erzbischöfe bedeutete. Im Zuge dieses Krieges ließ Otto die Kurkölnische Stadt Hallenberg zerstören. Nach der gewonnenen Schlacht bei Worringen erhielt er die Stadt Volkmarsen und die Hälfte der Kugelsburg.

Auch die Burg Canstein wurde, durch Kauf, waldeckisch. Ganz oder teilweise kamen die Gerichte Medebach, Brilon, Flechtdorf, Marsberg und Mederich hinzu. Die Burg Nordenau erwarb Otto am 14. Februar 1298 von den Grafschafter Edelherren Kraft und Widekind von Grafschaft und bedrohte damit die Stadt Winterberg. Um das Gebiet um Korbach abzurunden, erwarb er Lehen an der oberen Ruhr, im Assinghauser Grund und im Nuhnetal. Er gründete 1290 die Stadt Landau.

Otto verglich sich 1297 mit dem Abt von Corvey im Streit um die Städte Sachsenberg und Fürstenberg. Ein Jahr später fiel ihm von Corvey das Amt Münden als Pfand zu. Andererseits verzichtete er im selben Jahr gegenüber dem Bischof von Paderborn auf die Rechte an der Stadt Blankenrode und die zugehörige Mark. Er war Förderer der Klöster Berich und Bredelar.

Im November 1305 kam es zu einer Fehde im Eichsfeld, wo die Herren von Strive und Adelebsen die Stadt Heiligenhaus bedrängten. Otto, der seit 1303 auch Oberamtmann des Eichsfeldes im Dienste der Erzbischöfe von Mainz war, sollte Heiligenstadt beistehen. Er wurde aber gefangen genommen, eingekerkert und ermordet.

Er wurde in der Grabkapelle St. Nikolaus im Kloster Marienthal in Netze beigesetzt. Die Grabplatte besteht aus Sandstein und zeigt Otto als Ritter mit Schwert und Schild. Dieser trägt den achtstrahligen Waldecker Stern. Die Mörder Ottos wurden mit der Acht belegt und mussten zur Sühne 1312 zu Ottos Grab nach Netze ziehen. Bischof Dietrich von Paderborn gewährte einen Ablass von 40 Tagen für alle, die zum Grab Ottos pilgerten.

Sophie und Otto hatten gemeinsam neun Kinder:

 

• Heinrich, der älteste Sohn, wurde Nachfolger seines Vaters
• Adolf (III.) wurde Domherr in Hildesheim
• Gottfried wurde Domherr in Mainz
• Eberhard wurde Domherr in Minden
• Ludwig wurde Domherr in Münster
• Mechthild heiratete Eberhard III. von Breuberg
• Elisabeth heiratete Graf Heinrich IV. von Hohenstein
• Adelheid heiratete Wilhelm I. von Katzenelnbogen
• Otto, der jüngste Sohn starb 1323

 

 

Schloss Waldeck
Das Schloss Waldeck steht im Nordteil des Naturparks Kellerwald-Edersee oberhalb vom Nordufer des Edersees am Westrand der Waldecker Kernstadt. Es befindet sich auf einem steilen, felsigen und an seinen Hängen bewaldeten Berg und ist vom Ortszentrum kommend auf einer Straße zu erreichen.

Die Höhenburg wurde im Jahre 1120 erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem Graf Widekind I. von Schwalenberg Lutrud von Itter und sein Sohn Volkwin Luitgard, eine Tochter des Grafen Poppo I. von Ziegenhain, geheiratet hatten, kam die Burg in den Besitz der Schwalenberger. Ab 1180 nannte sich ein Zweig dieses Hauses nach der Burg. Bis 1655 war die Burg, im Laufe der Zeit vielfach erneuert und schlossartig umgebaut, Residenz der Grafen von Waldeck, danach zogen sie nach Arolsen um. Die Anlage diente danach unterschiedlichen Zwecken. Zunächst war sie Festung und Sitz eines Schlosskommandanten, dann Kaserne. Von 1734 bis 1868 Zuchthaus und Frauengefängnis. Seit 1920 gehört sie der Waldeckischen Domanialverwaltung und ist öffentliches Vermögen.

Heute befinden sich in der Burganlage ein Museum sowie ein Hotel und Restaurant. Das Museum zeigt in der Ausstellung „Hinter Schloss und Riegel“ vorwiegend Exponate aus der Zeitepoche des Frauengefängnisses sowie des Zuchthauses im 18. und 19. Jahrhundert.

Von der Burg aus ist ein weiter Ausblick auf den Edersee bis zur Staumauer sowie in den Kellerwald möglich. Die Gondelbahn Waldecker Bergbahn verbindet das Schloss und die unterhalb liegenden Ausflugsziele am Edersee.

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